Frühstücksrunde Gut Gödelitz
Ost-West Biografien

Seit 25 Jahren lädt das ost-west-forum Gut Gödelitz zehn Menschen zu einer Biografie-Runde ein. Schon über 3000 Menschen haben mitgemacht.

Die Idee
Die Idee für diese Gespräche kommt von
Wolfgang Thierse und Professor Dr. Peter von Oertzen. Beide sagten nach der deutschen Wiedervereinigung: Menschen aus Ost und West sollen zusammensitzen. Sie sollen sich ihre Lebensgeschichten erzählen. Nur so kann die Fremdheit zwischen Ost und West kleiner werden.

Viele dachten früher:
„Deutsche sind Deutsche. Zwischen Ost und West gibt es keine großen Unterschiede.“
Aber das stimmte nicht.

Die innerdeutsche Gefühlslage
Nach der Wiedervereinigung wurde schnell klar: Die Menschen in Ost und West hatten sehr verschiedene Lebenswege.
Die beiden Systeme – DDR und BRD –
haben uns stärker geprägt, als viele gedacht haben. In der Zeit der Wende hatten viele große Hoffnungen. Aber diese Hoffnungen waren unterschiedlich. Heute gibt es oft: Enttäuschung, Ablehnung, Rückzug.

Besonders in Ostdeutschland sind viele Menschen verletzt. Es gab nach der Wende viele Entscheidungen, die für sie unfair und unsensibel waren. Darum ist die Kluft zwischen Ost und West heute oft sogar größer als früher. Es gibt immer noch Fremdheit. Sie zeigt sich in Diskussionen, in Vorurteilen und in Missverständnissen im Alltag.

Wozu die Biografie-Gespräche dienen
Hier setzen die Biografie-Gespräche an:
Durch Zuhören, Reden und sich selbst reden hören können Menschen erkennen, wie sie selbst denken – und wie andere denken. Man versteht sich besser. Man versteht auch das Fremde besser.

Wer an einer Biografie-Runde teilnimmt
Die Runde ist bewusst gemischt.

  • Menschen aus Ostdeutschland
  • und Menschen aus Westdeutschland
    (jeweils etwa die Hälfte),
  • Frauen und Männer,
  • verschiedene Berufe,
  • verschiedene Altersgruppen,
  • verschiedene politische Ansichten.

Viele Teilnehmende sind nachdenkliche Menschen, die sich gern mit ihrer eigenen Geschichte beschäftigen. Diese Vielfalt schafft ein positives Spannungsfeld, das die Gruppe das ganze Wochenende trägt – von Freitagabend bis Sonntagmittag.

Wie die Gespräche ablaufen
Das Ziel ist:

  • sich besser kennenlernen,
  • Vorurteile abbauen,
  • Toleranz üben,
  • erkennen, dass es nicht nur „unsere“ Wahrheit gibt.

Wichtig ist eine feste Regel: Die Biografie bleibt stehen.

Das bedeutet:

  • Niemand bewertet die Lebensgeschichte des anderen.
  • Es gibt keine Diskussion darüber, ob etwas richtig oder falsch war.
  • Nur Verständnisfragen sind erlaubt.

So kann jeder Mensch ehrlich erzählen,
wie er damals gedacht und gehandelt hat –
ohne Angst vor Kritik.

Der Abschluss am Sonntag
Am Sonntag sprechen alle zusammen über die Gegenwart und die Zukunft:

  • Welche Aufgaben haben wir gemeinsam – Ost und West?
  • Welche Probleme müssen wir lösen?
  • Wie können wir Demokratie, Rechtsstaat und Frieden schützen?

Team Gödelitzer Biografien

Jean-Lacroix

Jean Lacroix

Katharina Reinhold

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