Frühstücksrunde Gut Gödelitz

Deutsch-Polnische Biografien

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Die Biografie-Gespräche zwischen Deutschen und Polen sollen Menschen einander näherbringen. Sie sollen helfen, Vorurteile abzubauen und Brücken zwischen den beiden Nachbarländern zu bauen. In den Gesprächen erzählen Menschen ihre Lebenswege. So erfahren wir auf zwei Ebenen mehr übereinander: mit dem Verstand (kognitiv) und mit den Gefühlen (emotional).

Diese Einblicke zeigen, wie die gemeinsame Geschichte das Leben von polnischen und deutschen Menschen geprägt hat und wie sie ihr Verhältnis zueinander beeinflusst. In den Gesprächen geht es nicht nur um die Vergangenheit. Auch die Gegenwart und die Zukunft der deutsch-polnischen Partnerschaft sind wichtige Themen.

Veröffentlichung der Lebensgeschichten
Die erzählten Lebensgeschichten werden veröffentlicht. Damit sollen viele Menschen Interesse am deutsch-polnischen Dialog bekommen. Bisher gab es sieben Biografie-Runden. Sie finden abwechselnd in Polen
und auf Gut Gödelitz statt.

Finanzierung
Finanziert wurden die Gespräche durch: die Warschauer Stiftung für Deutsch-Polnische Zusammenarbeit, die Marion-Dönhoff-Stiftung, die Humanistische Akademie Aleksander Gieysztor, und das ost-west-forum Gut Gödelitz e.V. selbst.

Bis zum Jahr 2011 beschäftigte sich das Deutsch-Polnische Forum vor allem mit Vorträgen und Fachgesprächen. Fachleute aus Wissenschaft und Journalismus erklärten die gemeinsame Geschichte von Deutschland und Polen, sprachen über aktuelle Fragen und versuchten, zukünftige Entwicklungen einzuschätzen. Der Austausch fand zu dieser Zeit fast nur auf einer sachlichen und wissenschaftlichen Ebene statt.

Doch für eine echte, vertrauensvolle und freundschaftliche Partnerschaft brauchen Menschen mehr als nur Wissen. Sie müssen sich auch persönlich begegnen und offen miteinander sprechen können. Genau das geschieht in den Biografiegesprächen nach dem Gödelitzer Modell. Hier erzählen Menschen aus Polen und Deutschland einander ihre Lebensgeschichten. Dadurch lernen sie die Sichtweise des anderen besser kennen und verstehen.

Das Gödelitzer Modell in den Deutsch-Polnischen Biografien

Seit vielen Jahren lädt das ost-west-forum regelmäßig zehn Personen zu solchen Gesprächen ein. So sollen Menschen aus unterschiedlichen Regionen, Erfahrungen und Altersgruppen zusammenkommen und voneinander lernen. Bei den Deutsch-Polnischen Biografiegesprächen erzählen fünf polnische und fünf deutsche Teilnehmende aus ihrem Leben. Dadurch nähern sie sich nicht nur der Geschichte des jeweils anderen Landes an, sondern auch der gemeinsamen Vergangenheit beider Nationen.

Wichtige Zeitabschnitte sind dabei die Jahre vor 1939, die Zeit des Krieges, die Ereignisse nach 1945, die Entwicklungen nach der politischen Wende und das heutige Miteinander in der Europäischen Union. Die Gespräche zeigen, wie unterschiedlich Erfahrungen sein können – und wie viel sich trotzdem verbindet.

Ablauf eines Biografie-Wochenendes

Ein Biografie-Wochenende beginnt am Freitagabend. Nach einem gemeinsamen Essen stellen sich alle vor und erzählen etwas über ihr Leben, ihre Familie und ihre Arbeit. Am Samstag geht es dann intensiver weiter: Jede Person hat etwa eine Stunde Zeit, ihre Lebensgeschichte zu erzählen. Sie entscheidet selbst, welche Ereignisse für sie wichtig sind. Die anderen hören aufmerksam zu und dürfen danach Fragen stellen, aber ohne das Erzählte zu bewerten. Es wird nicht darüber gesprochen, ob etwas richtig oder falsch war. Nur Verständnisfragen sind erlaubt.

Zur Vorbereitung erhalten die Teilnehmenden vorab einige Leitfragen. Sie helfen dabei, über das eigene Leben nachzudenken.

Am Sonntagvormittag wird gemeinsam überlegt, was alle aus dem Wochenende mitnehmen. Die Runde spricht darüber, was gelernt wurde und wie diese Erfahrungen weitergegeben werden können. Danach endet das Treffen mit einem gemeinsamen Mittagessen.

Team Deutsch-Polnische Biografien

Andreas Wang

Andreas Wang

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